Very-Bad-Choice – 344 Seiten – 2021 erschienen
Very Bad Choice ist der vierte Band der düster-romantischen Kingston University-Reihe von J. S. Wonda. Der Roman setzt die verflochtenen Macht- und Gefühlsdynamiken fort, die sich um Mable und die fünf charismatischen Kings – Jaxon, Sylvian, Reece, Zayn und Romeo – ranken. Während der Frühlingspause (Spring Break) gerät der Campus ins Chaos: Das FBI stürmt die Kingston University, um mehr über einen Angriff auf die Elite-Studenten herauszufinden. Mable droht zur Schlüsselfigur zu werden – sie weiß Dinge, die sie eigentlich nicht wissen darf. Selbst die Kings sind sich nicht bewusst, was sie wirklich herausgefunden hat.
In Very Bad Choice, dem vierten Teil der Kingston University-Reihe von J. S. Wonda, geraten die Ereignisse endgültig außer Kontrolle. Nach den Dramen und Machtspielen der ersten Bände setzt Wonda die Spannung noch einmal höher an: Der Schauplatz wechselt in die Frühlingspause – Spring Break. Was eigentlich eine Zeit der Entspannung und der Auszeit vom stressigen Studentenleben sein sollte, verwandelt sich für Mable in einen Albtraum voller Bedrohungen, Geheimnisse und unausweichlicher Entscheidungen.
Das FBI stürmt die Kingston University, und plötzlich steht die gesamte Elite unter Verdacht. Gerüchte, Misstrauen und alte Konflikte kochen hoch. Mable befindet sich mittendrin: Sie trägt Wissen in sich, das nicht ans Licht kommen darf, und ahnt, dass sie ins Visier geraten könnte. Die fünf Kings – Jaxon, Sylvian, Reece, Zayn und Romeo – sind zwar ihre Beschützer, Rivalen und Versuchung zugleich, doch auch sie beginnen, ihre eigenen Fragen zu stellen. Jeder von ihnen will von ihr Antworten, und niemand wird es ihr erlauben, sich einfach zurückzuziehen.
Während sich die Fronten verhärten, wird deutlich: Mable muss eine Entscheidung treffen. Wem kann sie vertrauen? Wem gehört ihr Herz? Und wie weit ist sie bereit zu gehen, um ihre Freiheit – oder vielleicht sogar ihr Leben – zu schützen?
J. S. Wonda bleibt sich auch in Very Bad Choice treu – und genau das macht den Sog dieser Reihe aus. Ihr Schreibstil ist direkt, schnörkellos und voller Energie. Die Kapitel sind meist kurz und enden fast durchgängig mit einem Cliffhanger, sodass man gar nicht anders kann, als weiterzulesen. Das erzeugt ein atemloses Tempo, das perfekt zum Setting passt: einer Mischung aus Universitätsdrama, gefährlichen Intrigen und der brodelnden Spannung während des Spring Breaks.
Wondas Sprache ist stark bildhaft, aber ohne unnötigen Ballast. Sie beschreibt nicht übermäßig ausschweifend, sondern setzt gezielt Akzente, die Atmosphäre und Figuren in Szene setzen. Besonders auffällig ist, wie sie Gefühle ins Zentrum rückt: Mables Zerrissenheit zwischen Angst und Begierde, die Machtspiele der Kings, das ständige Schwanken zwischen Verlangen und Bedrohung. Dadurch entsteht eine Intensität, die weniger im Setting als vielmehr in der Psychologie der Figuren verankert ist.
Atmosphärisch gleicht Very Bad Choice einer Spirale, die sich immer enger zieht. Die Grundstimmung ist düster, gefährlich und voller Anspannung. Schon die Tatsache, dass das FBI die Kingston University ins Visier nimmt, legt eine bedrohliche Schwere über die Handlung. Gleichzeitig durchziehen Szenen von Sinnlichkeit, Begehren und emotionalem Chaos das Geschehen – eine explosive Mischung, die Wonda meisterhaft balanciert.
Bemerkenswert ist auch, wie sie Spannung und Erotik verknüpft. Es geht nie um platte Reizszenen, sondern um Macht, um emotionale Manipulation und um das Risiko, Gefühle preiszugeben. Genau darin liegt die Faszination: Jeder Moment zwischen Mable und den Kings ist aufgeladen, unausgesprochen gefährlich und doch verführerisch.
Der Ton ist unmissverständlich Dark Romance: roh, intensiv, manchmal grenzüberschreitend – und gerade deshalb so fesselnd. Wer leichte Romantik sucht, wird hier nicht fündig. Aber wer sich auf ein Spiel einlässt, bei dem Lust und Gefahr untrennbar verbunden sind, findet in Wondas Sprache und Atmosphäre genau den Nervenkitzel, der die Reihe so einzigartig macht.
Very Bad Choice liest sich dadurch nicht wie ein einfacher Roman, sondern wie ein psychologischer Sturm, der beim Lesen selbst Herzrasen auslöst.
Die größte Stärke von Very Bad Choice liegt eindeutig in seiner Intensität. J. S. Wonda versteht es meisterhaft, Spannung, Leidenschaft und psychologische Tiefe zu verweben. Der Roman lebt von seinen Cliffhangern, den unvorhersehbaren Wendungen und der ständigen Frage, wem Mable überhaupt trauen kann. Besonders stark ist die Art, wie die Autorin Machtspiele und emotionale Abhängigkeiten inszeniert: Jede Begegnung mit den Kings ist nicht nur erotisch aufgeladen, sondern auch ein Kampf um Kontrolle.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Entwicklung der Figuren. Während in früheren Bänden vor allem das Rätselhafte und Bedrohliche dominierte, erlaubt Very Bad Choice tiefere Einblicke. Wir erleben Risse in der scheinbar unantastbaren Fassade der Kings, wir sehen Mable, die zwischen Angst und Selbstbestimmung wächst – und wir erkennen, dass Macht nicht nur in physischer Dominanz liegt, sondern auch in emotionaler Verletzlichkeit.
Auch das Setting trägt zur Stärke bei: Der FBI-Einsatz bringt einen Thrillereinschlag, der die Handlung noch drängender macht. Statt nur in der Blase von Universität und Kings zu bleiben, öffnet sich die Geschichte für eine größere, gefährlichere Welt. Das verleiht der Reihe mehr Dimension und verhindert, dass sie sich im Campusdrama verliert.
Natürlich gibt es auch Schwächen. Einige Szenen sind bewusst überspitzt und spielen mit Klischees, was nicht jeder Leserin zusagen wird. Die Dynamik zwischen Macht, Manipulation und Begierde ist nicht immer leicht auszuhalten – für manche ist das gerade der Reiz, für andere kann es zu viel sein. Ebenso mag der schnelle, cliffhangerlastige Stil für Fans langsamerer Erzählungen hektisch wirken.
Dennoch gilt: Was man als Schwäche empfindet, hängt stark von der Erwartungshaltung ab. Wer Dark Romance liest, erwartet Grenzgänge – und genau die liefert Wonda kompromisslos.
Unterm Strich überwiegen die Stärken klar: Very Bad Choice ist spannend, emotional fordernd und ein weiterer Beweis, dass Wonda die Kunst versteht, Leser:innen gleichzeitig zu fesseln, zu erschüttern und in Versuchung zu führen.
Persönlicher Eindruck
Was J. S. Wonda in diesem Band liefert, hat mich überrascht. Für mich fühlte es sich weniger wie ein typischer Campusroman an, sondern mehr wie ein explosiver Thriller, in dem die Figuren plötzlich viel realer, verletzlicher und gefährlicher wurden.
Besonders Mable hat mich beeindruckt. Ich habe mit ihr schon von Beginn der Reihe mitgefiebert, aber hier ist sie für mich zum ersten Mal so richtig zur Hauptfigur geworden, die nicht nur reagiert, sondern auch agiert. Ihr innerer Konflikt – die ständige Angst, die Wahrheit preiszugeben, und gleichzeitig das Bedürfnis, sich nicht von den Kings zerstören zu lassen – hat mich tief berührt. Ich konnte an vielen Stellen ihren Herzschlag förmlich fühlen, so sehr hat mich ihre Zerrissenheit mitgerissen.
Die Kings waren für mich wieder das absolute Highlight – und gleichzeitig die größte Herausforderung. Jeder von ihnen hat etwas, das mich reizt, abstößt und fasziniert. Jaxon mit seiner dominanten Art, Sylvian mit seiner kühlen Logik, Reece mit seinen verborgenen Loyalitäten, Zayn mit seiner stillen Intensität und Romeo, der immer einen Schritt voraus zu sein scheint – ich habe mich beim Lesen mehr als einmal dabei ertappt, wie ich meine Sympathien ständig neu verteilt habe. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“ bei ihnen, nur Macht, Spiel und Gefühl.
Atmosphärisch habe ich das Buch fast wie einen Film gelesen. Die FBI-Szenen, die Gefahr im Hintergrund, dazu die ständige Spannung zwischen den Figuren – ich war komplett drin. Ich habe teilweise nachts noch weitergelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, was als Nächstes passiert.
Natürlich gab es auch Momente, die mich überfordert haben – Szenen, in denen die Intensität fast zu hoch war. Aber genau das macht für mich Dark Romance aus: dieses Gefühl, an Grenzen zu stoßen und gleichzeitig nicht loslassen zu können.
Am Ende habe ich das Buch mit einem leisen „Wow“ zugeklappt. Very Bad Choice war für mich ein emotionaler Rausch – gefährlich, düster und absolut süchtig machend.
Very Bad Choice ist mehr als nur der nächste Band in der Kingston-University-Reihe – es ist der Teil, der die Geschichte auf ein neues Level hebt. J. S. Wonda gelingt es, die bekannten Elemente – düstere Machtspiele, intensive Leidenschaft, psychologische Spannung – noch dichter zu verweben und gleichzeitig den Horizont der Handlung zu erweitern. Der FBI-Handlungsstrang bringt frischen Nervenkitzel, während die Dynamik zwischen Mable und den Kings an Tiefe und Komplexität gewinnt.
Die Stärke des Romans liegt in seiner Intensität: Man liest nicht einfach eine Liebesgeschichte, sondern erlebt ein Spiel, das gefährlich, verführerisch und unberechenbar ist. Wondas schnörkelloser, cliffhangerlastiger Stil sorgt dafür, dass man die Seiten verschlingt – manchmal atemlos, manchmal emotional überfordert, aber immer gefesselt.
Natürlich ist das Buch kein Wohlfühlroman. Wer Dark Romance liest, muss bereit sein für Grenzüberschreitungen, für Ambivalenz und für Figuren, die mehrschichtig und manchmal moralisch fragwürdig sind. Doch gerade das macht den Reiz aus.
✨ Bewertung: 4 von 5 Sternen
Unterm Strich ist Very Bad Choice ein packender, düsterer und emotionaler Höhepunkt der Reihe, der Lust auf mehr macht – und beweist, warum J. S. Wonda für viele Leser:innen die unangefochtene Queen der deutschsprachigen Dark Romance ist.
